Nürnberger Südstadt: Deutlicher Rückgang der Kriminalität am Nelson-Mandela-Platz
Nach massiven Problemen mit einer offenen Drogenszene zeigt das harte Vorgehen von Polizei und Stadt am Nürnberger Nelson-Mandela-Platz Wirkung. Die Kriminalitätszahlen sind stark gesunken, nun rückt der Aufseßplatz in den Fokus.

Die Sicherheitslage im Umfeld des Nürnberger Hauptbahnhofs hat sich spürbar entspannt. Oberbürgermeister Marcus König und Polizeipräsidium-Mittelfranken-Chef Gernot Rochholz zogen am Freitag eine positive Bilanz der Maßnahmen am Nelson-Mandela-Platz.
Ab Ende 2023 hatte sich dort eine aggressive Betäubungsmittelhändlerszene etabliert. Dies ging einher mit massiv steigenden Fallzahlen bei Körperverletzungen und Raubdelikten. Um die Situation in den Griff zu bekommen, gründete die Polizeiinspektion Nürnberg-Süd die Arbeitsgruppe 'Nelson'.
Konsequentes Vorgehen zeigt Wirkung
Durch ein Bündel aus repressiven und präventiven Schritten schrumpfte die Szene stark. Die Behörden verzeichneten bei den Körperverletzungen eine Halbierung, während szenebezogene Taten nahezu auf null zurückgingen. Auch Raubdelikte halbierten sich, und Messerstraftaten sanken um mehr als ein Drittel.
Ein wesentlicher Baustein waren die im April 2025 eingerichtete Waffen- und Messerverbotszone sowie das im Dezember 2025 folgende Cannabisverbot. Allein im März 2026 sprachen Einsatzkräfte über 220 Platzverweise aus und nahmen 40 Personen in Gewahrsam. Zudem wurden 54 Intensivtäter rechtlich belangt: 40 landeten in Haft, 14 wurden abgeschoben.
Flankierend schnitt die Stadt Bepflanzungen zurück, um Dealern die Verstecke zu nehmen. Ein vor Ort stationierter Polizeicontainer verkürzte zudem die Arbeitswege der Beamten.
Blick richtet sich auf den Aufseßplatz
Während der Nelson-Mandela-Platz als beruhigt gilt, steht nun der Aufseßplatz im Mittelpunkt. Dort ist die Kriminalität zwar niedriger, aber das Sicherheitsgefühl leidet unter einer verfestigten Alkoholszene, Obdachlosigkeit und Verwahrlosung.
Die Polizei will hier mit drei Säulen gegensteuern: verstärkter Präsenz, konsequenter Durchsetzung der Alkoholverbotszone und technischer Unterstützung. Seit einigen Wochen ist ein Videoturm im Einsatz, zudem wird eine Umgestaltung des Platzes geprüft. Der Hauptbahnhof und die Südstadt bleiben ungeachtet der Erfolge auch in den kommenden Jahren ein Schwerpunkt der Sicherheitsbehörden.
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